Arginin – Eine Aminosäure mit wichtigsten
Funktionen im Körper

Arginin ist wichtig für die Senkung des Blutdrucks, bei Potenzstörungen und Diabetes.
Drei Forscher wurden 1998 mit dem Nobelpreis für Medizin belohnt.

Molekühlstruktur von Arginin als Model

L-Arginin – Ein Molekül mit wichtigen Aufgaben

Funktionen von Arginin im menschlichen Körper

Arginin hat ganz wesentliche Aufgaben in unserem Organismus. U.a. dient es verschiedenen Körperzellen dazu, das kleine Molekül Stickstoffmonoxid – kurz NO – herzustellen. Inzwischen wissen wir, dass NO ganz wesentliche Funktionen im Organismus übernimmt. So führt NO zur Senkung des Blutdrucks, unterstützt auf diesem Weg daher auch die Entstehung einer Erektion und hat wichtige Aufgaben bei der Regulierung des Zuckerblutspiegels. Daher auch die wichtige Bedeutung des Arginins für Patienten mit Bluthochdruck, Diabetes oder Potenzstörungen. Aber die Bereitstellung erfolgt allein durch chemische Umwandlung aus Arginin!

Arginin in der Forschung
Arginin wurde bereits 1886 durch den deutschen Chemiker Ernst Schulze und einen seiner Doktoranden in den Samenkeimlingen von Lupinen entdeckt. Schulze war es auch, der die ersten Erkenntnisse zu der Bedeutung von Arginin im Organismus von Säugetieren formulierte. Und 1953 wurde dann ein Nobelpreis an den deutschen Chemiker Hans Adolf Krebs für die Entdeckung des sogenannten Harnstoff-Zyklus vergeben. Arginin ist eines der Moleküle in diesem Zyklus. Für den Zusammenhang von Arginin, Stickstoffmonoxid und die blutdrucksenkende Wirkung von NO wurde 1998 der Nobelpreis für Medizin an drei amerikanische Wissenschaftler vergeben, Robert F. Furchgott, Louis J. Ignarro und Ferid Murad. Die Forschungen zu Arginin und NO und deren Wirkungen haben seitdem neuen Auftrieb bekommen. In einem Artikel von 2014 fragt der Nobelpreisträger Ferid Murad: What is next in nitric oxide research? From cardiovascular system to cancer biololgy, zu deutsch: Was ist für die kommenden Forschungen zu NO zu erwarten? Vom kardiovaskulären System bis zur Biologie von Krebs. Wir dürfen also gespannt sein, zu welchen weiteren Ergebnissen zur Bedeutung von NO die Wissenschaftlerer noch kommen werden.

Arginin und Bluthochdruck
Arginin dient den Zellen unserer Blutgefäße als Speicher für das kleine Molekül Stickstoffmonoxid – kurz NO. Und dieses NO wird von den Gefäßzellen ausgeschüttet, wenn der Blutdruck gesenkt werden soll. Denn NO vermittelt eine Weitstellung der Blutgefäße und führt über diesen Mechanismus zu einer Blutdrucksenkung.

Arginin und Potenzstörungen
Über diesen Mechanismus ist Arginin auch bei der Entstehung einer Erektion beteiligt. Zu einer Erektion kommt es dann, wenn die Blutgefäße im Penis weitgestellt werden. Insofern sind Potenzstörungen auch ein Indikator für ein späteres Risiko von Herz-Kreislauferkrankungen. Dies ist der Grund, warum viele Männer bei Erektionsstörungen hoch dosiertes Arginin einnehmen.

Arginin und Diabetes
Der Zusammenhang zwischen der Zuckerkrankheit Diabetes und NO ist bis heute Gegenstand von wissenschaftlichen Untersuchungen. Es gibt Hinweise darauf, dass das aus Arginin gebildete NO die blutzuckersenkende Wirkung von Insulin erhöht. In jedem Fall führt NO über die unter Blutdrucksenkung bzw. Potenzstörung beschriebenen Wirkungen zu einer Abmilderung des Risikos von Gefäßerkrankungen. Diabetiker leiden häufig unter einer mangelnden Durchblutung wesentlicher Organe. Durch die Weitstellung der Blutgefäße hat NO hier demzufolge eine schützende Wirkung.

Arginin als Aminosäure
Arginin zählt zu den sogenannten semi-essenziellen Aminosäuren. Der menschliche Organismus ist demnach meistens in der Lage, ausreichend Arginin selbst zu produzieren. Aber im Falle von besonderen Lebenssituationen – Leistungssport, zu geringe Zufuhr von Arginin-haltigen Lebensmitteln – kann es zu einem Mangel kommen. In diesem Fall muss dem Körper von außen Arginin zugeführt werden, z.B. in Form von Arginin-haltigen Lebensmitteln wie Nüssen oder aber über die Einnahme geeigneter Nahrungsergänzungsmittel.