Zwei Nobelpreise für Arginin Forschung.

Zwei Nobelpreise wurden für Forschungen zu Arginin vergeben.
Und nun ist die natürliche Aminosäure endlich in der innovativen Form von Arginium erhältlich.

Arginin Forschung: Zwei Nobelpreise und die dazugehörigen Forscher Biographien

Ernst Schulze

Ernst Schulze (1840 – 1912)

Entdeckung von pflanzlichem Arginin durch Ernst Schulze (1840 – 1912)

1886 konnten der deutsche Wissenschaftler Prof. Ernst Schulze und sein Doktorand Ernst Steiger erstmals Arginin aus den Keimlingen von Lupinen isolieren.

Ernst Schulze ist heute fast vergessen, gehört jedoch zu den Begründern der wissenschaftlich fundierten Disziplin der Biochemie.
Er isolierte nicht nur erstmals 3 der insgesamt 20 Aminosäuren, aus denen die menschlichen Eiweiße aufgebaut sind. Er unternahm darüber hinaus die ersten Untersuchungen zu den Stoffwechselprozessen von Arginin im menschlichen Körper.

Schulze stammt ursprünglich aus dem Flecken Bovenden in der Nähe von Göttingen und verbrachte den größten Teil seiner wissenschaftlichen Laufbahn an der renommierten Universität Zürich.

Sven Gustaf Hedin

Sven Gustaf Hedin (1859 – 1933)

Isolierung von Arginin aus tierischem Horn durch Sven Gustaf Hedin (1859 – 1933)

Der schwedische Chemiker und Physiologe Sven Gustaf Hedin wurde 1859 in dem kleinen südschwedischen Ort Aseda geboren. Nach dem Studium der Chemie und der Promotion in Schweden begann er 1886 seine akademische Karriere. Dabei gelang ihm 1895 erstmals die Isolierung von Arginin aus Horn. Er verglich die Eigenschaften dieses tierischen Arginins mit denen des von Ernst Schulze isolierten pflanzlichen Arginins.

Dabei wies er durch vergleichende Untersuchungen nach, dass die chemische Struktur dieser beiden „Arginine“ identisch war. Nach seiner Ernennung zum Professor verfasste Hedin 1915 in deutscher Sprache eines der ersten Standardwerke zur Biochemie. Darin wird bereits erwähnt, dass Arginin in den tierischen Zellen durch das Enzym Arginase zu Ornithin und Ammoniak umgesetzt wird.

Hans Adolf Krebs

Nobelpreisträger Hans Adolf Krebs (1900 – 1981)

Arginin und der Nobelpreis für Hans Adolf Krebs (1900 – 1981)

Hans Adolf Krebs entdeckte 1932 an der Freiburger Universität gemeinsam mit seinem Kollegen Kurt Henseleit den sogenannten Harnstoff-Zyklus. Dieser beschreibt, wie im menschlichen Körper allgemein aus den stickstoffhaltigen Verbindungen Harnstoff gebildet wird. In diesem Zyklus spielt die Aminosäure Arginin eine ganz wesentliche Rolle. Für seine wissenschaftlichen Erkenntnisse erhielt Hans Adolf Krebs 1953 – gemeinsam mit Fritz Lipmann – den Nobelpreis für Medizin. Ein erster Nobelpreis auch für die Aminosäure Arginin.

Krebs wurde 1900 in Hildesheim geboren und hat an verschiedenen deutschen Universitäten studiert, promoviert und sich habilitiert. Aufgrund seines jüdischen Glaubens war er nach der Machtergreifung Hitlers gezwungen, seine Forschungen in England fortzusetzen.

Nobelpreisträger Robert Francis Furchgott (1916 – 2009)

Arginin und der Nobelpreis für Robert Francis Furchgott (1916 – 2009)

Bereits in den 1970er Jahren entdeckte Robert F. Furchgott, dass die Blutgefäße eine Substanz bilden, welche an der Regulierung des Blutdrucks im Sinne einer Blutdrucksenkung beteiligt ist. Allerdings gelang ihm zunächst nicht die Isolierung und Identifizierung dieser Substanz, die er EDRF (Endothelium derived relaxing factor) nannte.

Dies hing sicherlich damit zusammen, dass die Wissenschaftler nicht damit gerechnet hatten, dass es sich bei EDRF um das kleine Gasmolekül Stickstoffmonoxid NO handeln würde. Dies wurde erst in den 1990er Jahren nachgewiesen. Gemeinsam mit Louis J. Ignarro und Ferid Murad erhielt Furchgott 1998 den Nobelpreis für Medizin für die bahnbrechende Entdeckung der enormen Bedeutung von NO als Botenstoff im menschlichen Organismus. Demjenigen Molekül, welches in den Körperzellen aus der Aminosäure Arginin gebildet wird.

Louis José Ignarro

Nobelpreisträger Louis José Ignarro (geb. 1941)

Arginin und der Nobelpreis für Louis José Ignarro (geb. 1941)

Das war ein Paukenschlag. 1986 konnte der amerikanische Professor Louis Ignarro zeigen, dass das kleine Gasmolekül Stickstoffmonoxid (NO), wichtige Aufgaben im menschlichen Körper übernimmt. Bis dahin war NO eher bekannt als eines der schädlichen Gase, die in Verbrennungsmotoren entstehen.

Aber nach anfänglicher Skepsis bestätigte die Wissenschaft die Entdeckung von Louis Ingnarro, der gemeinsam mit Furchgott und Murad 1996 den Nobelpreis für Medizin für diese umwälzenden Erkenntnisse erhielt. Was hat dies nun mit Arginin zu tun? Arginin ist diejenige Aminosäure, aus der in den menschlichen Zellen NO gebildet wird.

Dabei ist NO u.a. an der Regelung des Blutdrucks, des Zuckerspiegels und vielen andern Prozessen beteiligt. Man geht heute davon aus, dass die Einnahme von Arginin zu erhöhten Konzentrationen des Moleküls NO führt und sich daher positiv bei Krankheiten wie Bluthochdruck, erektiler Dysfunktion oder Diabetes auswirkt.

Ferid Murad

Nobelpreisträger Ferid Murad (geb. 1936)

Arginin und der Nobelpreis für Ferid Murad (geb. 1936)

Ferid Murad begann bereits in den 1970er Jahren seine Untersuchungen zu der Wirkung von blutdrucksenkenden Medikamenten. Er kam zu dem Ergebnis, dass die Wirkung diverser Medikamente auf der Bildung des Moleküls Stickstoffmonoxid beruhte, welches eine Weitstellung der Blutgefäße vermittelt.

Aber erst in den 1990er Jahren gelangten Murad, Furchgott und Ignarro zu der Einsicht, dass Stickstoffmonoxid auch vom menschlichen Körper gebildet wird und wesentliche Funktionen bei der Reguierung des Blutdrucks übernimmt. Für diese Forschungsergebnisse wurde den drei amerikanischen Wissenschaftlern 1998 den Nobelpreis für Medizin verliehen.

Ein Nobelpreis auch für Arginin, denn die Körperzellen bilden NO aus der Aminosäure Arginin!